Aktuelles

Newsletter

Info: Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.

 

Wer diesen Link oder die Suchmaschine für eine Bestellung

Bei Amazon verwendet, spendet 5,5% des Erlöses dem 

Förderverein  friends of basket girls e.V


weitere Informationen


25.08.2010

Sommercamp 2010 – der dritte Tag


In allen Trainingslagern und auf allen Camps ist der dritte Tag der „Tag der Schmerzen“.

Der geplagte Körper teilt der Kommandozentrale mit: „Hör auf damit, mir das anzutun.“ Diese Mitteilung kennen wir als Muskelkater, Kopfschmerz, Übelkeit und allgemeine Ermattung. Deshalb sucht man immer nach Möglichkeiten, den dritten Tag mit etwas anderem zu füllen als mit normalem Training.


Der Vormittag mit zweimal Training war schnell abgehakt. Und schon konnten wir uns auf das besondere Erlebnis freuen:

Wir machen schon seit Jahren Ausflüge aufs Wasser. Das ist Norddeutschen eine liebe Abwechslung. Und das ist ja bisher (fast) immer gut angekommen. Letztlich können wir für das Wetter ja nichts…


Ein Telefonat mit Petrus am letzten Donnerstag brachte dann aber die Gewissheit: Am Mittwoch, dem 25.08.2010 regnet es nicht ! Also haben wir wieder eine Paddeltour gebucht. Von Burgholz zur Müngstener Brücke.


Aufgrund der spontanen und immer wieder unkomplizierten Mithilfe unserer famosen Eltern hatten wir die benötigten 8 Erwachsenen schnell zusammen, die wir für die Bootsführung brauchten.  Karin, Dragan und Roland hatten schon derlei Aufgaben übernommen. Sie übernahmen die Vierer, ebenso wie Roger, der ja bekanntlich in einem Canadier geboren worden ist.


Patricia, Petra, Simone und Denesz übernahmen das Kommando in den Dreiern.

Bereits das Einsetzen in die Wupper bereitete allen Vergnügen. Die Steuerneulinge mussten gleich mit erheblicher Strömung zurechtkommen. Ist dies dem Könner ein wahres Vergnügen, so schneidet ein Anfänger doch erhebliche Grimassen, wenn es allzu hurtig vorangeht. Und die höfliche Bitte des Guides, doch rechts am Ufer zu parken, konnte nicht von allen sogleich befolgt werden. Naja – etwas flussab bot ein Gebüsch auf der anderen Seite des Gewässers den nötigen Halt. Und der besseren Sicht wegen hatte man das schwimmende Gefährt auch gleich umgedreht. Das hatte Art.


Nachdem alle Boote zu Wasser gelassen worden waren, ging es zügig voran – und es blieb  kurzweilig. Wie bei jedem Rennstart, wenn die Boliden noch eng beisammen sind, kann es Schwierigkeiten geben. Wer weicht wem aus. Steuerbord passieren oder lieber an Backbord den Vorteil suchen ? Muss man überhaupt … oder soll man lieber rammen ???


Dieser in der Psychologie als Aversions – Aversions –Konfikt beschriebene Zustand zog einen Lösungsansatz nach sich, der zur Nachahmung nicht empfohlen werden kann.


Nachdem der Bootsführer des bedrängenden Canadiers sich zum Ausweichmanöver entschieden hatte, war er dem Ufer so nahe gekommen, dass er die Gelegenheit ergriff, etwas Fahrt wegzunehmen. Ein beherzter Griff in sich anbietende Zweige schien  dafür geeignet. Allerdings wurden dabei die Gesetze der Physik nicht hinreichend bedacht. Ein kleiner Lupfer aufwärts, etwas Schräglage und schon war es passiert:


Die Wassertiefe wurde in voller Mannschaftsstärke geprüft. Gratis obendrauf gab es auch noch Informationen zur Temperatur des befahrenen Mediums.


Dieses Ereignis hatte dann die Auflösung der Flottille zur Folge.

Wer dem Führungskanu nahe war, erhielt Informationen zu Problemstellen in der Wupper und Anweisungen für den richtigen Kurs. Alle anderen mussten sich auf eigene Faust durchkämpfen.

Wegen des sehr niedrigen Wasserstands setzten mehrere Boote wiederholt auf. Die dann durchgeführten Lösungsstrategien zeigten eine erstaunliche Bandbreite.


„Aussitzen“  ist ja aus anderen gesellschaftlichen Problemlagen bekannt – das war auch hier kein weiterführender Ansatz.

„Abstoßen“ vom Grund in Richtung tieferen Gewässers – das war nicht immer elegant jedoch oft von Erfolg gekrönt.


„Aussteigen“ befreit psychisch doch enorm. Nicht nur im Wasser – das wissen wir. Aber auch da ! Und wie erleichtert kann es weitergehen… Wenn man die Rückkehr in das entfleuchende Gefährt schafft – ohne es zum Kentern zu bringen.


Über alle diese wunderbaren Erlebnisse hatten wir in einer Linkskurve der Wupper schon die Sandbank erreicht, auf der Snacks und Getränke zur Pause einluden.

 

Frisch gestärkt ging es dann in die Endphase unserer Tour. Einige sehr kritische Stellen im Fluss wurden uns durch unsere Guides angezeigt. Unerschrocken wie der Koloss von Rhodos (oder war das Milos) hatten sie Position im Fluss bezogen um  uns einzuweisen und sicher durchzulotsen.


Tatsächlich gab es keine weitere Kenterung, allerdings eine etwas kitzlige Situation, die mit der sehr verbreiteten „Rechts-Links“ Vertauschung zu tun hatte. Die Anweisung, in die betreffende Flusspassage doch bitte „LINKS“, „LINKS“ einzufahren, wurde von unserer Bootsführerin mit Geschick und Eleganz befolgt. Sehr erstaunt musste sie allerdings eine gewisse Hektik des Einweisers zur Kenntnis nehmen. Er hätte sie gerne auf der anderen Seite gehabt. Wie immer im Leben hilft beherztes Zupacken. Aus „LINKS“ wurde „RECHTS“ und schon gings.


Um solche törichten Verwechslungen bei den Folgebooten zu vermeiden, wurde auf die historische Technik von Flaggensignalen zurückgegriffen, ein Verfahren, das auch heute noch auf verschiedenen Flughäfen zur Anwendung kommt – allerdings ohne Flaggen. (Ich glaube man verwendet dabei vorzugsweise Tischtennisschläger. Hat dabei eigentlich die Farbe des Belags eine Bedeutung ???) In Ermanglung von Flaggen wurden hilfsweise die Arme eingesetzt – und siehe da: In uns allen schlummern sie noch, diese archaischen Fähigkeiten. Ohne Probleme meisterten alle Kapitäne die so kritischen Klippen.


Mittlerweile – wir waren ja schon erhebliche Zeit auf dem Wasser – plagte die Mädchen in meinem Boot ein von der Natur böserweise erzeugtes Problem. Flüssigkeit, die dem Körper zugefügt wird, muss diesen auch wieder verlassen. Nun finde man mal auf die Schnelle nicht nur eine Stelle an der man anlegen kann, sondern auch noch eine solche mit Sichtschutz – und ohne Brennnesseln oder Disteln…

Als dies gelungen war, konnte man sehr bald auch schon die alte Eisenbahnbrücke sehen, neben der die Boote an Land gezogen werden sollten. Wer nun aber denkt, das war‘s dann ja wohl, der irrt.

Auch die Wupper hat ihre Ungeheuer. Eines davon lauerte im Wasser, um Boote zum Kentern zu bringen. Anfänglich schien die Taktik, es mit kräftigem Wasserspritzen verscheuchen zu können, Erfolg zu versprechen. Letztendlich was das aber fruchtlos, denn ein Wasserungeheuer kann man mit Wasser bestenfalls erschrecken. Der Kenterung sind wir nur dank der Autorität des Bootsführers entgangen.


Die Summe unserer Abenteuer hatte uns mit einer guten Stunde Verspätung ankommen lassen. Nun galt es, die Eltern, die uns in Düsseldorf erwarteten, zu informieren, die Autos vom Startort ans Ziel zu holen und die Autobesatzungen zusammen zu halten. Das ist auch fast gelungen.


Die immer wieder faszinierende Gruppendynamik führt zu „Bäumchen-wechsel-Dich“ Spielchen, deren Folgen man nicht erahnen kann.


Wenn Kind ein anderes Auto zur Rückfahrt benutzt als zur Hinfahrt mit Mutter, dann ist man froh, wenn der Autoschlüssel bei der Fahrerin ist. Weil, anders ist nämlich schlecht.


Merkt man das, dann sollte man schnell den fremden Fahrer anrufen, damit der umkehrt. Das geht allerdings nicht, wenn das Handy mit den entsprechenden Nummern gerade „Null Akku“ hat. Dragan ist auf solche Krisen gottlob vorbereitet. Eine mitgeführte Anschriftenliste enthält die begehrten Daten und führt zur Umleitung des sich kurz vor Düsseldorf befindlichen Fahrzeugs.


Und das war dann die finale gute Nachricht des Tages: „Mutter und Kind wohlauf.“