20.03.2010 Damen gegen Oberhausen
Wenn jemand eine Reise macht…
… dann kann frau was erzählen ! Das war das Motto unseres Auswärtsspiels bei Oberhausen 4.
Samstag, 20.03.2010 14.45 Uhr Das Team macht sich in bewährter Eigenregie auf den Weg nach Oberhausen.
Franzi, als Norddüsseldorferin, lässt sich vom Herrn Papa auf kurzem Wege chauffieren. Sie wird die einzige sein, die das Ziel planmäßig erreicht.
Sarah und Freund sind wohlgemut unterwegs. Sie hoffen auf ein frühes Spielende, denn sie haben Karten für den Boxkampf am Abend in der Arena. Klitschko kämpft gegen Chambers. Sie werden den Kampf nicht sehen …
Birgit ist die Fahrerin für Tochter Svenja, die erst um 7.30 Uhr nach ihrer Geburtstagsparty zur Ruhe gekommen ist. Nichte Pia und Teamkollegin Christiane sitzen mit im Auto. Es wird eine Sekundensache werden. Und sie haben die Trikots dabei.
Roger hat Christin eingeladen. 30 Minuten Fahrtzeit sind kalkuliert. Das hat noch immer geklappt.
Steffi darf selber fahren, wenn die Mama auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat. Sie soll Erfahrungen sammeln. Freundin Jenni fährt mit, begleitet von Jennis Freund. Dieses Fahrzeug wird nicht rechtzeitig am Ziel erscheinen.
Was für ein Drama bahnt sich da an ???
Eigentlich nur der normale Wahnsinn auf den Autobahnen in NRW. Die sind nämlich reparaturbedürftig. Und wann kann man die ausbessern ? Klar – nur am Wochenende, wenn der Berufsverkehr die Pisten nicht verstopft. Also wird am Samstag die A3 zwischen dem Kreuz Breitscheidt und der Abfahrt Mülheim von drei auf einen Fahrstreifen verengt.
Das wissen unsere Athletinnen und ihr „heller“ Coach aber nicht. Erst um kurz nach 15.00 Uhr, als der Touran auf dem Zuführungsstreifen von der A52 zur A3 ist, erkennt er die Situation. Auf der A3 steht der Verkehr. Es gibt kein rückwärtiges Entrinnen mehr. Und die nächste Ausfahrt nach vorn ist erst in Mülheim. Das sind satte 10 Kilometer.
Roger und Christin handeln sofort. Svenja anrufen und vor dem Verkehrsinfarkt warnen. Zu spät – das Auto steckt schon mittendrin. Vor den beiden. Auch die an Sarah gerichtete Warnung ergibt: die stecken auch schon drin. Mist !!!
10 Minuten später ein Anruf von Jenni. Die ist auch reingefahren. Sapperlot – die haben wir glatt vergessen bei unseren Warnanrufen.
Blutdruck und Puls steigen in der Folgezeit. So um 15.40 rollt man am Parkplatz „Stockkamp“ vorbei. Naja – wenn der Spielbeginn um 16.00 Uhr ist, müssen die ja bis 16.30 Uhr auf uns warten. Ob das wohl noch klappt ?
16.05 Uhr. Franzi ruft an. Sie ist alleine in der Halle – jedenfalls aus der Düsseldorfer Fraktion. Die Oberhausener haben signalisiert, dass sie nicht länger warten wollen als sie unbedingt müssen. Das hat nicht nur den Grund, dass ein Nichtantreten des ART ihrer 5. Mannschaft wohl die besten Chancen auf den Klassenverbleib eröffnen würde. Nein – sie selbst müssen am Sonntag das Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft der U 17 in Langen spielen. Die Fahrzeuge stehen für den Transport bereit …
Der ART hat genau bis 16.30 Uhr Zeit, 5 Spielerinnen auf das Spielfeld in der Sporthalle Ost zu bringen. In Trikots und mit Schuhen. Gelingt das nicht, gibt es kein Spiel mehr und der ART hat 0 Wertungspunkte. Das wäre dann fast schon der Abstieg.
Christin diktiert Franzi die Daten für den Spielberichtsbogen. Wir werden nicht aufgeben, wir werden es rechtzeitig schaffen.
Inzwischen geht es wirklich um Minuten. Von Wagen zu Wagen werden Telefonkonferenzen abgehalten und die Strategie festgelegt. Sarah wird die Halle als nächste erreichen. Roger ist irgendwie auf Platz 2 vorgerückt. Steffi soll auch mit guten Aussichten im Gelände vorankommen. Einzig der Wagen mit den Trikots macht Sorgen. Er steckt am weitesten hinten im Stau.
16.15 Uhr. Der Coach ist durch. Mit allem was geht fährt man weiter. Um 16.23 Uhr erreicht er die Halle. Gottlob ist der rote Trikotsatz der U15 an Bord. Rein in die Halle. Franzi, Sarah und Christin schlüpfen in die Trikots.
Telefonate: Steffi braucht noch mehr als 5 Minuten. Das ist zu spät.
Birgit ist dichter dran. Um 16.26 steht ihr Fahrzeug vor der Halle. Svenja, Christiane und Pia springen raus und rennen zur Mannschaftsbank. Um 16.28 Uhr sind 5 ART-Spielerinnen spielbereit auf dem Feld. Der dringend benötigte eine Punkt ist ergattert. Puhh !!!
Ja – wir haben auch noch gespielt. Und wie. Wir gewinnen zwar das 1. Viertel mit 12:11, aber das ist schon nebensächlich. Sarah hat sich nämlich schwer verletzt und muss ins Krankenhaus. Umknicker – wahrscheinlich Bänderriss.
Der Chronist vermerkt nach 17 Minuten eine 26:21 Führung für den ART. Aber wegen Ermattung sitzen etliche Spielerinnen auf der Bank. Die Auszeiten sind genommen. 15:2 Punkte für Oberhausen in den letzten Minuten bedeuten, dass sich das Spiel gedreht hat. Es geht mit bitteren 28:36 in die Halbzeitpause.
Nie aufgebende Düsseldorferinen können zwar im 3. Viertel nur 17:18 Punkte machen, aber auch 9 Punkte Rückstand sind ja noch aufholbar.
In der Tat. Als es 2 Minuten vor Spielende 66:59 für NBO 4 steht feiern die heimischen Eltern schon. Sekunden später heißt es nur noch 66:63. Da wird man schon noch einmal nachdenklich. Aber mehr als 65:68 wird es leider nicht.
Was bleibt ? Wir sind in der Lage, uns durchzukämpfen. Egal ob Verkehr oder Spiel. Wir haben ein gutes Team. Vielleicht rechen die Punkte schon, um in der Liga zu bleiben. Aber: Wir haben ja auch noch 3 Spiele. Sind das nicht auch 3 „Elfmeter“ ? Aber sicher !!!
Nachtrag: Die Rückfahrt verlief zügig. Auf der Gegenfahrbahn standen sie aber tatsächlich bis Ratigen-Hösel . Frau sollte regelmäßig den Verkehrsfunk hören. Besser ist das …